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2026_08_13 - Gewalt gegen wohnungslose Menschen (Fachtag in Kassel am 18. August 2026)

2026_08_13 - Gewalt gegen wohnungslose Menschen (Fachtag in Kassel am 18. August 2026)

Guten Tag,

nachstehend möchten wir aufmerksam machen auf eine Fachveranstaltung in Kassel am 18.08.2026, die nicht zuletzt auf Anregung der Wohnungslosen_Stiftung - der unabhängigen Selbstvertretung wohnungsloser Menschen im deutschsprachigen Raum - zu Stande gekommen ist.

Solidarische Grüße vom Team der Wohnungslosen_Stiftung.

2026 Gewalt an Wohnungslosen KasselGewalt hat keine Adresse – aber sie trifft Menschen.“

Kasseler Fachtag macht wohnungslose Menschen sichtbar und gibt ihnen eine Stimme.

Berlin & Kassel, August 2026 – Körperliche Angriffe, Bedrohungen, Beleidigungen und strukturelle Ausgrenzung gehören für viele wohnungslose Menschen zum Alltag. Mit dem Fachtag „Gewalt an wohnungslosen Menschen“ am Dienstag, 18. August 2026 rücken der Soziale Friedensdienst Kassel e. V. und der Präventionsrat der Stadt Kassel die Erfahrungen und Perspektiven der Betroffenen in den Mittelpunkt. Ziel ist es, das Thema stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, Fachwissen zu bündeln und gemeinsam Wege für einen besseren Schutz wohnungsloser Menschen zu entwickeln.

Die Veranstaltung findet von 9:00 bis 16:30 Uhr im Bürgersaal des Kasseler Rathauses statt und wird in Kooperation mit dem Antidiskriminierungsnetzwerk Nordhessen sowie mit Unterstützung des Amtes für Chancengleichheit der Stadt Kassel durchgeführt. Sie richtet sich an Erfahrungsexpert*innen, Fachkräfte aus Sozialer Arbeit, Wohnungslosenhilfe, Polizei, Justiz, Gesundheitswesen und Verwaltung ebenso wie an Ehrenamtliche, Studierende, politisch Verantwortliche und alle interessierten Bürger*innen.

Die Idee für den Fachtag entstand im Austausch mit der Wohnungslosen_Stiftung. 2025 war in Berlin eine Veranstaltung zum Thema Gewalt an wohnungslosen Menschen durchgeführt worden. Die Gespräche darüber haben den Impuls gegeben, das Thema auch in Kassel aufzugreifen und in einem größeren Rahmen weiterzuentwickeln. Die Wohnungslosen_Stiftung hat die Planung anschließend mit fachlichen Impulsen und wertvollem Erfahrungsaustausch begleitet.

„Uns war von Anfang an wichtig, nicht nur über wohnungslose Menschen und ihre Gewalterfahrungen zu sprechen, sondern mit ihnen. Der Austausch mit der Wohnungslosen_Stiftung hat uns darin bestärkt, Erfahrungsexpertise als gleichwertige Perspektive neben Wissenschaft und Praxis einzubeziehen. Der Fachtag soll diese Perspektiven zusammenbringen und daraus konkrete Impulse für Kassel entwickeln“, erklärt Yasmin Strelczuk.

Nach einem Grußwort von Stadtrat Norbert Wett führen Yasmin Strelczuk, stellvertretende Geschäftsführerin des Sozialen Friedensdienstes Kassel e. V., und Terhas Andezion, Geschäftsführerin des Präventionsrates der Stadt Kassel, durch den Fachtag.

Fachvorträge und Praxisbeiträge beleuchten die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Gewalt gegen wohnungslose Menschen und zeigen Handlungsmöglichkeiten für Prävention und Unterstützung auf. Mitwirkende sind unter anderem Vertreter*innen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), der Universität Bielefeld, der Stadtpolizei Kassel sowie der Präventionsabteilung des Polizeipräsidiums Nordhessen. Ergänzt wird das Programm durch die Perspektive von Daniel Zaibi, einem Erfahrungsexperte, der im offenen Netzwerk der Wohnungslosen_Stiftung mitwirkt, der eindrucksvoll von seinen Erfahrungen mit struktueller Gewalt in zwangsgemeinschaftlichen Massennotunterkünften berichtet.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, vertreten durch Paul Neupert, ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wohnungslosenhilfe. Sie setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen wohnungsloser Menschen ein und bringt aktuelle Erkenntnisse aus Forschung, Praxis und Sozialpolitik in den Fachtag ein. Damit werden die Erfahrungen aus Kassel in einen bundesweiten fachlichen Kontext eingeordnet.

Ein besonderer Programmpunkt ist die künstlerische Arbeit „Wenn mein Körper ein Haus ist“ der Kasseler Künstlerin Catrine Val. Über mehrere Wochen begleitete sie wohnungslose Menschen in Kassel, führte Gespräche und dokumentierte ihre Lebensrealität fotografisch und filmisch. Entstanden sind eine Fotoausstellung sowie zwei essayistische Kurzfilme, die Wohnungslosigkeit aus einer persönlichen und würdevollen Perspektive zeigen und deutlich machen, dass Schutzlosigkeit häufig lange vor dem Leben auf der Straße beginnt.

Ein ebenso wichtiger Bestandteil des Fachtages ist das Awareness-Konzept. Da auch Menschen mit eigenen Gewalterfahrungen und wohnungslose Personen an der Veranstaltung teilnehmen werden, stehen die Kasseler Hilfe, die Beratungsstelle LK2 und das Zentrum für Psychotraumatologie während des gesamten Tages als Ansprechpartner zur Verfügung. In einem geschützten Rückzugsraum bieten geschulte Fachkräfte emotionale Unterstützung, vertrauliche Gespräche und Krisenbegleitung an. Dieses Angebot richtet sich sowohl an Betroffene als auch an alle Besucher*innen, die durch Vorträge oder persönliche Berichte belastet werden. Auch über den Fachtag hinaus können sich Ratsuchende an die Einrichtungen wenden.

Der Fachtag möchte den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis, Sicherheitsbehörden, Verwaltung und Zivilgesellschaft stärken und konkrete Impulse für Prävention und Opferschutz geben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gewalt gegen wohnungslose Menschen früher erkannt, wirksamer verhindert und der Schutz der Betroffenen nachhaltig verbessert werden kann.

„Viele Gewalterfahrungen wohnungsloser Menschen bleiben unsichtbar. Der Fachtag soll dazu beitragen, diese Erfahrungen hörbar zu machen, Fachwissen und Erfahrungsexpertise zusammenzuführen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Kassel zu entwickeln“, erklärt Terhas Andezion.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Für Getränke und Snacks ist gesorgt. Keine Anmeldung erforderlich.

Veranstaltungsdaten

Fachtag: Gewalt an wohnungslosen Menschen
Datum: Dienstag, 18. August 2026
Uhrzeit: 9:00 bis 16:30 Uhr
Ort: Bürgersaal, Rathaus Kassel

Veranstalter

  • Sozialer Friedensdienst Kassel e. V.
  • Präventionsrat der Stadt Kassel
  • Antidiskriminierungsnetzwerk Nordhessen

Mit Unterstützung von

Stadt Kassel – Amt für Chancengleichheit, - Jugendamt Kinder- und Jugendförderung, -Sozialamt, Wohnungslosen_Stiftung, Catrine Val, Beratungsstelle Kasseler Hilfe, Soziale Hilfe Kassel e. V., Drogenhilfe Nordhessen e. V., BAG Wohnungslosenhilfe e.V., Heilsarmee, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Beratungsstelle LK2, Zentrum für Psychotraumatologie, Diakonisches Werk Region Kasse

 

 

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