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2026_03_23 - Pressemitteilung - Bundesweite Tagung in Augsburg: Wohnungslosigkeit kann beendet werden

2026_03_23 - Pressemitteilung - Bundesweite Tagung in Augsburg: Wohnungslosigkeit kann beendet werden

2026 03 tagung augsburg aPRESSEMITTEILUNG, Augsburg, 23. März 2026

Gemeinsam mehr erreichen: Bundesweite Tagung zur Überwindung von Wohnungslosigkeit setzt starkes Zeichen

Mit mehr als 90 Teilnehmenden aus ganz Deutschland und der Schweiz ist am vergangenen Samstag die viertägige Fachtagung „Gemeinsam mehr erreichen – Teilhabe ausbauen, Räume gestalten, Wohnungslosigkeit überwinden“ erfolgreich zu Ende gegangen. Veranstaltungsort war das Grandhotel Cosmopolis in Augsburg – ein Ort, der selbst für gelebte Solidarität, Teilhabe und soziale Innovation steht.

Die Tagung war ein Kooperationsprojekt der Wohnungslosen_Stiftung, der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Tür an Tür aus Augsburg und dem Frauen*Salon.

Die Tagung brachte Menschen mit eigener Wohnungslosigkeitserfahrung, Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit, Wissenschaft, Politik sowie zivilgesellschaftliche Initiativen zusammen. Im Mittelpunkt stand ein Perspektivwechsel: Wohnungslosigkeit wurde nicht als individuelles Scheitern, sondern als Folge struktureller Ausgrenzung und eines angespannten Wohnungsmarktes verstanden.

Wir bedanken uns vor allem bei den zahlreichen obdach- und wohnungslosen Menschen, die keine Mühen gescheut haben, sich trotz der widrigen Umstände ihrer Lebenssituation auf den Weg nach Augsburg zu machen, um an der Tagung teilzunehmen und sie inhaltlich mit vorzubereiten und mitzugestalten. Wir sind dankbar für ihre Beiträge und für die viele freiwillige Organisationsarbeit im Vorder- und Hintergrund – vom Geschirrspülen über Stühlerücken bis hin zu kritischen Nachfragen, dem spontanen Angebot für Workshops bis hin zur Moderation von thematischen Sessions.

2026 03 tagung augsburg cTeilhabe, Selbstvertretung und Selbstermächtigung im Mittelpunkt

Ein zentrales Merkmal der Tagung war, wie bereits angedeutet, dass von Anfang an Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungslosigkeit – nicht als „Betroffene“, sondern als Expert:innen in eigener Sache – in die Vorbereitung, Planung und inhaltliche Gestaltung eingebunden waren. In zahlreichen Vorträgen, Workshops und Diskussionen wurde deutlich: Echte Teilhabe bedeutet mehr als symbolische Beteiligung. Sie erfordert geschützte, transversale und diskursive Räume, in denen Menschen mit Bildungs- und Erfahrungswissen gemeinsam in einen Dialog treten und voneinander und miteinander lernen können. Nur so können strukturelle Barrieren sichtbar gemacht, Machtverhältnisse reflektiert und nachhaltige Lösungsansätze gemeinsam entwickelt werden.

Genau das hat die Tagung ermöglicht und einen Raum geschaffen, in dem wohnungslosigkeitserfahrene Menschen eigene Perspektiven, Forderungen und Lösungsansätze vorstellen und aktiv in fachliche sowie politische Diskurse nicht nur einbringen, sondern diese auch aktiv mitgestalten konnten.

Ansätze und Formate wie Peer-Arbeit - Peer-Gruppen in unterschiedlichen Städten und die Arbeit an einem Leitfaden für die Peer-Arbeit, selbstorganisierte Interessenvertretung, solidarische Stadtentwicklungund partizipative Forschung wurden dabei als zentrale Bausteine benannt, um strukturelle Ungleichheiten aufzubrechen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es dafür politische Veränderungen auf allen Ebenen braucht – von der Kommune bis zur Europäischen Union.

Vernetzung, Aufbruch und sichere Räume

Neben dem fachlichen Austausch stand die Vernetzung im Vordergrund. Neue Kooperationen wurden angestoßen, bestehende Initiativen, wie der parallel stattfindende Frauen*Salon wurden gestärkt. Dieser war und ist ein geschützter Raum von und für Frauen mit Wohnungslosigkeitserfahrung. Hier wurde deutlich, wie wichtig Vertrauen, Zeit und Sicherheit sind, damit Frauen überhaupt sprechen und sich einbringen können. 

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Klare Botschaft: Wohnungslosigkeit ist lösbar

Über alle Tage hinweg zog sich eine klare Erkenntnis durch die Veranstaltung: Wohnungslosigkeit ist kein unvermeidbares Einzelschicksal. Sie kann überwunden werden, wenn strukturelle wie politische Räume und Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Zugang zu eigenem, dauerhaftem Wohnraum sichern und die Mitbestimmung von wohnungslosigkeitserfahrenen Menschen in Entscheidungsprozessen ermöglichen. Nur so kann es gelingen, dass aus einer fremdbestimmten Verwaltung von Wohnungslosigkeit in zwangsgemeinschaftlichen Massenunterkünften ein selbstbestimmtes Wohnen wird.

Wohnungen stehen leer, in leerstehenden Immobilien kann mit einfachen Mitteln Wohnungen hergestellt werden und selbstbestimmte alternative Wohnformen können unterstützt statt geräumt werden.

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Fazit

Die Tagung in Augsburg hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und Menschen mit eigener Erfahrung im Zentrum stehen. „Gemeinsam mehr erreichen“ war dabei nicht nur Titel, sondern gelebte Praxis – getragen von dem Anspruch, Selbstvertretung und Selbstermächtigung wohnungslosigkeitserfahrener Menschen dauerhaft zu stärken. Konkrete nächste Schritte wurden verabredet, darunter gemeinsame Aktionen, weitere Treffen sowie politische Interventionen – etwa im Rahmen der kommenden Housing Action Days 2026.

Die Tagung endete mit einem gemeinsamen Ausblick: Die hier entstandenen Impulse sollen nicht in Augsburg bleiben, sondern in die Städte, Projekte und politischen Räume der Teilnehmenden getragen werden.

Kontakt

kontakt at wohnungslosenstiftung dot org +49 177 784 73 37

 

Hinweis für Redaktionen: Bildmaterial und weiterführende Informationen stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Wir danken der Stiftung Obdachlosenhiilfe Bayern und der Heidehof Stiftung für ihre Untersüttzung. 

 

Fotos: Corinna Höckesfeld, Tür an Tür, Augsburg

 

 

 

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